Der entscheidende Unterschied zwischen vielen herkömmlichen Angeboten des Therapeutischen Boxens und der Integrativen Boxtherapie des EFWTB liegt in unserem ganzheitlichen, sportwissenschaftlich und therapeutisch orientierten Ansatz.
Wir betrachten nicht nur die einzelne Bewegung, die psychische Erkrankung oder das körperliche Symptom. Wir betrachten den Menschen als Ganzes.
Denn unser Körper funktioniert nicht in voneinander getrennten Bereichen. Muskulatur, Nervensystem, Stoffwechsel, Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit und Regeneration beeinflussen sich gegenseitig.
Genau dieses Zusammenspiel bildet die Grundlage unserer Integrativen Boxtherapie.
Die zentralen Bestandteile unseres integrativen Konzeptes
1. Therapeutisches Boxen – Bewegung als therapeutisches Werkzeug
Boxübungen bilden einen wichtigen praktischen Bestandteil unseres Konzeptes. Sie ermöglichen es, motorische, kognitive und emotionale Fähigkeiten gleichzeitig anzusprechen.
Dabei geht es nicht um Schlagkraft oder sportliche Leistung, sondern um individuell angepasste Bewegungsaufgaben, Körperwahrnehmung, Konzentration und Selbstwirksamkeit.
2. Krafttraining – Muskulatur als Grundlage körperlicher Gesundheit
Gezieltes Krafttraining ist ein wichtiger Bestandteil der Integrativen Boxtherapie.
Muskelkraft beeinflusst unter anderem die körperliche Belastbarkeit, die Gelenkstabilität, die Mobilität und die Fähigkeit, den Alltag selbstständig zu bewältigen.
Gerade bei älteren Menschen, chronisch Erkrankten und Patienten in der Rehabilitation kann ein individuell angepasstes Krafttraining von großer Bedeutung sein.
Deshalb betrachten wir Krafttraining nicht als Ergänzung für besonders sportliche Teilnehmer, sondern als einen wichtigen therapeutischen Baustein.
3. Koordination und neuromotorisches Training
Das Zusammenspiel zwischen Gehirn, Nervensystem und Muskulatur ist entscheidend für kontrollierte Bewegungen.
Durch koordinative Übungen, Gleichgewichtstraining, Reaktionsaufgaben, Richtungswechsel und komplexere Bewegungsabläufe können unterschiedliche motorische und kognitive Fähigkeiten gezielt trainiert werden.
Besonders bei neurologischen Erkrankungen, im höheren Lebensalter oder nach längeren Phasen körperlicher Inaktivität kann dieser Bereich eine wichtige Rolle spielen.
4. Ernährung und Stoffwechsel – Gesundheit beginnt nicht erst beim Training
Ein weiterer Bestandteil unseres integrativen Verständnisses ist die Ernährung.
Eine bedarfsgerechte Ernährung unterstützt die Versorgung des Körpers mit Energie und Nährstoffen und kann für Muskelaufbau, Regeneration, Stoffwechselgesundheit und allgemeine Belastbarkeit bedeutsam sein.
Wir berücksichtigen deshalb ernährungswissenschaftliche Grundlagen, beispielsweise die ausreichende Proteinversorgung, die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung und besondere Bedürfnisse bei bestimmten Erkrankungen.
Dabei ersetzen wir keine notwendige medizinische Ernährungstherapie. Vielmehr verstehen wir Ernährungswissen als wichtigen Bestandteil einer umfassenden Gesundheitsförderung.
5. Sportwissenschaft und Trainingslehre
Eine therapeutische Übung ist nicht automatisch sinnvoll, nur weil sie anstrengend ist.
Deshalb bilden sportwissenschaftliche Erkenntnisse und die Grundlagen der Trainingslehre einen wichtigen Bestandteil unserer Ausbildung.
Dazu gehören unter anderem Belastungssteuerung, Trainingsintensität, Anpassungsprozesse, Trainingsplanung und Regeneration.
Wir möchten, dass unsere ausgebildeten Integrativen Boxtherapeuten nicht nur wissen, welche Übungen sie anbieten können, sondern auch verstehen, warum, wann, wie intensiv und für welchen Menschen eine Übung sinnvoll ist.
6. Psychische Gesundheit und Psychoedukation
Körperliche und psychische Gesundheit lassen sich nicht vollständig voneinander trennen.
Chronische Schmerzen können die psychische Belastung verstärken. Umgekehrt können Stress, Angst und psychische Erkrankungen Einfluss auf Bewegung, Körperwahrnehmung und Belastbarkeit nehmen.
Deshalb berücksichtigen wir in der Integrativen Boxtherapie auch psychologische Grundlagen, Psychoedukation, emotionale Regulation und traumasensible Arbeitsweisen.
7. Regeneration und Schlaf
Training setzt Reize. Anpassungs- und Erholungsprozesse benötigen jedoch ausreichend Regeneration.
Schlaf, Erholung und eine angemessene Belastungssteuerung sind deshalb ebenfalls wichtige Bestandteile unseres Konzeptes.
Insbesondere bei chronischen Erkrankungen, Erschöpfungszuständen und Schmerzen muss das Verhältnis zwischen Belastung und Erholung sorgfältig berücksichtigt werden.
Entscheidend ist das Zusammenspiel
Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein Patient mit Parkinson profitiert möglicherweise nicht allein von Schlagübungen am Boxsack.
Je nach individueller Situation können zusätzlich gezieltes Krafttraining, Gleichgewichtsübungen, Koordination, Gangtraining, Reaktionsaufgaben, Ernährungsberatung und eine angepasste Belastungssteuerung sinnvoll sein.
Ein Patient mit chronischen Schmerzen benötigt wiederum möglicherweise einen anderen Schwerpunkt. Hier können dosiertes Krafttraining, Bewegungsaufbau, Schmerzaufklärung, Stressregulation und Regeneration miteinander kombiniert werden.
Das ist unser Verständnis von Integrativer Boxtherapie: Nicht einzelne Übungen stehen im Mittelpunkt, sondern ihr sinnvolles therapeutisches Zusammenspiel.
Warum diese Inhalte Bestandteil unserer Ausbildung sind
Genau deshalb beschränkt sich die Ausbildung zum Diplomierten Integrativen Boxtherapeuten beziehungsweise zur Diplomierten Integrativen Boxtherapeutin nicht auf Boxtechniken und deren therapeutische Anwendung.
Wir vermitteln zusätzlich Grundlagen aus Sportmedizin, Sportwissenschaft, Trainingslehre, Krafttraining, Koordination, Ernährung, Rehabilitation, Psychoedukation und weiteren relevanten Fachbereichen.
Unser Anspruch ist es, dass die Teilnehmer die Zusammenhänge zwischen körperlicher Leistungsfähigkeit, psychischer Gesundheit, Ernährung, Bewegung und Regeneration verstehen und dieses Wissen entsprechend ihrer beruflichen Qualifikation in ihre praktische Arbeit einbeziehen können.
Dabei geht es nicht darum, aus jedem Boxtherapeuten gleichzeitig einen Physiotherapeuten, Ernährungsberater oder Psychotherapeuten zu machen.
Es geht vielmehr darum, fachübergreifende Zusammenhänge zu erkennen, therapeutische Maßnahmen sinnvoll zu kombinieren und bei Bedarf mit anderen Berufsgruppen zusammenzuarbeiten.
Denn Integrative Boxtherapie bedeutet für uns nicht, einfach mehr Boxübungen anzubieten. Sie bedeutet, den gesamten Menschen in seiner körperlichen, psychischen und sozialen Situation zu verstehen und die Therapie entsprechend auszurichten.
EFWTB – Wissenschaft. Verantwortung. Bewegung.
Thomas Kopsch
Präsident des EFWTB